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	<title> Fracci&#243;n Trotskista Cuarta Internacional </title>
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		<title>Zu den Protesten der Non-Citizens</title>
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		<dc:date>2013-07-27T10:26:00Z</dc:date>
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		<dc:creator>RIO M&#252;nchen</dc:creator>


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		<description>&lt;p&gt;Seit M&#228;rz 2012 bildet sich eine Bewegung von Non-Citizens, die bundesweit mit Demonstrationen, Protestm&#228;rschen, Kongressen und Hungerstreiks um ihre Rechte k&#228;mpft. Non-Citizens steht f&#252;r &#8220;Nicht-B&#252;rgerInnen&#8221;, Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, die unter Residenzpflicht stehen und jederzeit abgeschoben werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://www.estrategiainternacional.org/Articulos-en-aleman" rel="directory"&gt;Art&#237;culos en alem&#225;n&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.estrategiainternacional.org/RIO-Revolutionare-Internationalistische-Organisation-Deutscheland" rel="tag"&gt; RIO (Revolution&#228;re Internationalistische Organisation), Deutschland &lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.estrategiainternacional.org/Alemania" rel="tag"&gt;Alemania&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.estrategiainternacional.org/Solidaritat-mit-den-Non-Citizens" rel="tag"&gt;Solidarit&#228;t mit den Non-Citizens&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.estrategiainternacional.org/local/cache-vignettes/L150xH82/arton7023-0ddfe.jpg?1696526308' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='82' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Seit M&#228;rz 2012 bildet sich eine Bewegung von Non-Citizens, die bundesweit mit Demonstrationen, Protestm&#228;rschen, Kongressen und Hungerstreiks um ihre Rechte k&#228;mpft. Non-Citizens steht f&#252;r &#8220;Nicht-B&#252;rgerInnen&#8221;, Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, die unter Residenzpflicht stehen und jederzeit abgeschoben werden k&#246;nnen. Die Non-Citizens-Bewegung organisiert sich politisch unabh&#228;ngig und tritt mit folgenden zentralen Forderungen in die &#214;ffentlichkeit:&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;- Anerkennung aller Asylsuchenden als politische Gefl&#252;chtete
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Stopp aller Abschiebungen
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Abschaffung der Residenzpflicht, welche den Asylsuchenden verbietet, ihren von den Beh&#246;rden ausgesuchten Aufenthaltsort zu verlassen
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Abschaffung der Lagerpflicht, welche den Asylsuchenden verbietet, ihren Aufenthaltsort selbst auszuw&#228;hlen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Am 22. Juni traten am M&#252;nchner Rindermarkt 55 Non-Citizens in den Hungerstreik, am 25. Juni in den trockenen Hungerstreik, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Im Zuge der Aktion wurden &#246;ffentlich immer wieder Vorw&#252;rfe gegen die Protestierenden und ihre Unterst&#252;tzerInnen &#8211; erhoben. Auch vom M&#252;nchner Oberb&#252;rgermeister Christian Ude kamen Anschuldigungen, unter anderem, dass &#8220;Kommandostrukturen&#8221; existiert h&#228;tten, die von einem unterst&#252;tzenden ehemaligen Non-Citizen, der als &#204;bermittler der Forderungen nach au&#223;en hin auftrat, ausgegangen w&#228;ren. Damit lenkt Ude von den Forderungen ab, diffamiert die Non-Citizens und spricht ihnen ihre F&#228;higkeit zur Selbstbestimmung ab. Mit unserer Aktion heute wollen wir zeigen, dass die einzigen Kommandostrukturen in diesem Zusammenhang die des Staates gegen&#252;ber den Non-Citiziens sind. Dazu geh&#246;ren Essenspakete, Residenzpflicht und Abschiebungen, die den Non-Citizens das Recht auf Selbstbestimmung nehmen und Citizens und Non-Citizens gegeneinander ausspielen sollen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Viele B&#252;rgerInnen reagieren mit &#8211; schon von PolitikvertreterInnen &#228;hnlich ge&#228;u&#223;erten &#8211; weiteren ablehnenden Positionen auf die Proteste. Einige sollen im Folgenden aufgenommen und kritisiert werden:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Position 1) &#8220;Wer soll denn f&#252;r die Fl&#252;chtlinge zahlen?&#8221;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tats&#228;chlich stecken viele Menschen mit deutschem Pass und b&#252;rgerlichen Rechten selbst in finanziellen N&#246;ten. Aber anstatt deswegen zu sagen, &#8220;wir k&#246;nnen uns ein menschenw&#252;rdiges Leben f&#252;r alle nicht leisten&#8221;, gilt es zu fragen, warum wir trotz fortlaufender Produktivit&#228;tssteigerungen (d.h. mehr Ertrag durch leistungsf&#228;higere Maschinen, etc.) kaum materiell nennenswerte Verbesserungen erfahren. Im Gegenteil werden unsere Lebensverh&#228;ltnisse durch prek&#228;re Besch&#228;ftigung, l&#228;ngere und straffere Arbeitszeiten, Niedrigl&#246;hne, steigende Mieten, Arbeitslosigkeit und Repressionen der Arbeitsagentur immer weiter angegriffen. W&#228;hrend wir gezwungen sind unsere Arbeitskraft an die Besitzenden der Produktionsmittel zu verkaufen, streichen diese immer h&#246;here Gewinne ein. Der gesamtgesellschaftliche Reichtum steigt immer weiter an, davon profitiert aber nur eine kleine Schicht von verm&#246;genden KapitalistInnen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Non-Citizens spielen in diesem System die Rolle von &#204;berfl&#252;ssigen, f&#252;r die es keinen wirtschaftlichen Verwendungszweck gibt und die ausgeschlossen werden. Sie bilden die unterste Schicht der internationalen ArbeiterInnenklasse. Die gesellschaftlichen Grenzen verlaufen nicht zwischen vermeintlich verschiedenen V&#246;lkern, Nationen oder &#8220;Rassen&#8221;, sondern einzig und allein zwischen Oben und Unten, zwischen Kapital-Besitzenden und Arbeitskraft-Verkaufenden. Sorgen wir daf&#252;r, dass ALLE, die unten stehen, also die Lohnabh&#228;ngigen und Unterdr&#252;ckten, hier und weltweit zusammenstehen und f&#252;r ihre Rechte k&#228;mpfen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Gleichzeitig wird vom kapitalistischen Staat an gefl&#252;chteten Menschen ein Exempel statuiert: Es werden keine Kosten f&#252;r Repression &#8211; von der Zwangsunterbringung und Einsperrung &#252;ber die b&#252;rokratische &#8220;Bearbeitung&#8221; bis zur Abschiebung selbst &#8211; gescheut, um zu signalisieren, dass Privilegien an Nationalit&#228;t und Herkunft gekn&#252;pft sind. Die restriktive deutsche &#8220;Asylpolitik&#8221; wird also auch unter Vorwand vermeintlicher Kosten zur politischen Abschreckung umgesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Position 2) &#8220;Die Protestierenden erpressen mit ihrer Aktion den Staat!&#8221;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat hat mit seiner Asylgesetzgebung erst daf&#252;r gesorgt, dass die Protestierenden dazu gezwungen sind, solche Aktionen durchzuf&#252;hren. Das Problem der Non-Citizens ist, dass sie keine Verhandlungsmacht haben, das hei&#223;t sie k&#246;nnen im Kampf f&#252;r ihre Rechte auf keinerlei Entzugsmacht wie zum Beispiel eine Arbeitsniederlegung zur&#252;ckgreifen. Das einzige, das ihnen bleibt, ist mit Einsatz ihrer eigenen Gesundheit, im Endeffekt sogar ihres Lebens, f&#252;r ihre Rechte zu k&#228;mpfen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Im Gegensatz zu den Non-Citizens haben die arbeitst&#228;tigen lohnabh&#228;ngigen Citizens jedoch eine starke Waffe, um ihre Rechte und die von anderen Ausgebeuteten und Unterdr&#252;ckten zu erk&#228;mpfen: den politischen Streik. Lasst ihn uns nutzen, um unsere eigene Situation und die aller Menschen hin zu einem besseren Leben zu wenden! Denn wir haben es mit dem selben Feind zu tun: Der Imperialismus, der mittels Kriegen, Waffen- und Krisenexporten Flucht und Vertreibung bedingt, unterwirft auch die Lohnabh&#228;ngigen in den imperialistischen Staaten selbst. Der Reichtum, der durch die Ausbeutung und Zerst&#246;rung von Kolonien und Halbkolonien erzeugt wird, ist nur der Reichtum der herrschenden Klasse. Wenn Krauss-Maffei Wegmann oder Siemens Gewinne mit Kriegsverk&#228;ufen machen, wenn die Deutsche Bank oder die Allianz mit Kapitalanlagen und Spekulationen Hungerkrisen hervorrufen, st&#228;rkt das ihre Stellung im eigenen Land. Diese Stellung nutzen sie, um l&#246;hne zu dr&#252;cken, Entlassungen umzusetzen, Prekarisierung voranzutreiben und mithilfe von Privilegierungssystemen in den Betrieben &#8211; im Verh&#228;ltnis zu den Konzernprofiten sind diese Privilegien immer noch Brotkr&#252;mel! &#8211; die Klasse der Lohnabh&#228;ngigen zu spalten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Staat, der hier angeblich erpresst wird, ist in Wirklichkeit das Werkzeug zur Erpressung der lohnabh&#228;ngigen Klasse. Die Logik dieser Erpressung ist: &#8220;Wenn ihr nicht zufrieden seid mit euren Privilegien &#8211; wie relativ hohen l&#246;hnen, Hartz IV oder auch nur Arbeits- und Aufenthaltsrechten &#8211;, warten vor den Toren genug andere, die daf&#252;r noch dankbar w&#228;ren. Beschwert euch nicht oder ihr k&#246;nnt sehen, wo ihr bleibt.&#8221;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Position 3) &#8220;Das sind doch nur Asylbetr&#252;ger, die sich hier ein sch&#246;nes Leben auf Kosten der Allgemeinheit machen wollen!&#8221;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weltweit sind Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen, sei es aus bitterer, lebensbedrohlicher Armut heraus, wegen Krieg oder politischer Verfolgung. Auch die Non-Citizens kommen aus allen Teilen der Erde. Fliehen mussten sie vor allem wegen der Durchsetzung imperialistischer Interessen der BRD und anderer kapitalistischer Gro&#223;m&#228;chte, die versuchen mit Kriegen den mehr oder weniger &#8220;reibungslosen&#8221; Ablauf der Kapitalakkumulation in fremden Regionen zu sichern. Hierbei wird versucht durch die Ausbeutung von Rohstoffen und Arbeitskr&#228;ften m&#246;glichst hohe Gewinne f&#252;r die Profite der Konzerne in den kapitalistischen Zentren zu schaffen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Um diese Kapitalakkumulation gegen den Willen der jeweiligen Bev&#246;lkerung durchzusetzen, wird auf die Hilfe befreundeter autorit&#228;rer Regime zur&#252;ckgegriffen oder im Zweifelsfall das Milit&#228;r der imperialistischen Staaten selbst ausgesandt, wie unter anderem von Deutschland nach Afghanistan oder aktuell von Frankreich nach Mali. Der Milit&#228;reinsatz in Libyen bietet ein weiteres Beispiel f&#252;r eine imperialistische Intervention in der j&#252;ngeren Vergangenheit. Der dortige ehemalige Machthaber Muammar al-Gaddafi wurde lange Zeit von den Regierungschefs der westlichen Staaten hofiert. Als er jedoch nicht mehr im Stande war gegen die Rebellion 2011 die Kapitalakkumulation f&#252;r die westlichen Staaten sicherzustellen, wurde er von diesen fallengelassen und milit&#228;risch beseitigt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Auch mit wirtschaftlicher Unterwerfung kommen die imperialistischen Staaten zu ihren Zielen. So sind beispielsweise TextilarbeiterInnen in Bangladesch dazu gezwungen, zu Hungerl&#246;hnen unter katastrophalen Arbeits- und Sicherheitsbedingungen f&#252;r die Textilketten in Europa und Nordamerika zu arbeiten. Der Welthunger entsteht nicht aus Mangel, sondern aus &#204;berschuss und Profitzwang; er ist ebenso lebensbedrohlich wie scharfe Waffenmunition. Die einzigen schlie&#223;lich, die sich auf Kosten der Menschheit ein sch&#246;nes Leben machen, sind die KapitalistInnen. Die einzigen, die ihnen etwas entgegensetzen und sie &#252;berwinden k&#246;nnen, sind die organisierten Lohnabh&#228;ngigen der Welt, im B&#252;ndnis mit der Jugend und den Unterdr&#252;ckten aus Stadt und Land. Ein &#252;ppiges Leben f&#252;r alle ist technisch l&#228;ngst m&#246;glich &#8211; aber nicht im Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Position 4) &#8220;Die Fl&#252;chtlinge sollen froh sein, dass sie &#252;berhaupt Unterk&#252;nfte und Essen bekommen. Als Bittsteller steht es ihnen nicht zu, mehr zu verlangen!&#8221;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der b&#252;rgerliche Staat setzt in seinem Zynismus voraus, dass die Non-Citizens in Deutschland Dankbarkeit zeigen m&#252;ssten, weil sie &#8220;privilegiert&#8221; sind gegen&#252;ber denjenigen, die es nicht &#252;ber die Grenzen geschafft haben, sondern z.B. von der europ&#228;ischen &#8220;Grenzschutzbeh&#246;rde&#8221; Frontex im Mittelmeer versenkt wurden. Eine andere politische Option wird ihnen nicht zugestanden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Mit Zwangsunterk&#252;nften und Essenspaketen ist kein w&#252;rdiges Leben zu f&#252;hren. Wenn b&#252;rgerliche PolitikerInnen sagen, ein Mensch solle trotzdem damit zufrieden sein, bedeutet das, er solle sich mit seiner Unterwerfung abfinden &#8211; oder Gewalt sp&#252;ren. Mit Gewalt schlie&#223;lich r&#228;umte Polizei auf Anweisung der Landeshauptstadt M&#252;nchen das Protestcamp der Hungerstreikenden am Rindermarkt. Dies war nicht etwa eine &#8220;humanit&#228;re Intervention&#8221;; schlie&#223;lich werden die Menschen, deren Leben hier angeblich von Ude und Co &#8220;gerettet&#8221; wurde, teils in Hunger, Folter und Krieg abgeschoben. Die R&#228;umung des Camps war staatliche Repression gegen das politische Selbstbewusstsein, das die Non-Citizens mit ihrem Protest ausdr&#252;ckten, und das an dem b&#252;rgerlichen Prinzip r&#252;ttelt, nach dem nur die herrschende Klasse selbstbewusst auftritt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Non-Citizens wollen keine &#8220;Bittsteller&#8221; sein, dies ist Teil ihres Kampfes. Sie wollen nicht wie Gefangene behandelt werden, denen Essenspakete verordnet werden, die nicht legal (und relativ abgesichert) arbeiten d&#252;rfen und die in Lagern eingesperrt werden. Statt wie Objekte von Amt zu Amt und von Lager zu Lager geschickt zu werden, wollen sie selbst &#252;ber ihr eigenes Leben entscheiden. Die Non-Citizens sind keine &#8220;Opfer&#8221;, die bei den gn&#228;digen Damen und Herren aus den Verwaltungen nach Almosen fragen. Sie sind nicht bereit, nach Hunger und Krieg, nach Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat erneut als Knechte aufzutreten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Wohlstand in Deutschland ist auch eine Folge der Ausbeutung und Unterdr&#252;ckung der Halbkolonien und Kolonien im Zuge der internationalen Arbeitsteilung sowie dem Kriegsgesch&#228;ft. Die Verschiebung des Reichtums aus diesen l&#228;ndern nach Deutschland wirft die Frage auf, wessen Geld es hier zu teilen gilt. Ein Teil der internationalen ArbeiterInnenklasse kommt nach Deutschland, um am Reichtum in Deutschland teilzunehmen, der ein Arbeitsprodukt der internationalen ArbeiterInnenklasse selbst ist. Die Non-Citizens in Deutschland sind keine BittstellerInnen, sondern aktive K&#228;mpferInnen um die Neuverteilung des Reichtums: sie befinden sich auf der Seite der Hartz- IV-Empf&#228;ngerInnen, Arbeitslosen, RentnerInnen und ArbeiterInnen, die auch bei der momentanen Aufteilung des Reichtums in Deutschland benachteiligt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Position 5) &#8220;Die Protestierenden werden nur instrumentalisiert, um andere Interessen durchzusetzen!&#8221;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oftmals wird behauptet, die Non-Citizens f&#252;hrten ihren Kampf nicht selbstbestimmt, sondern seien durch &#228;u&#223;ere Interessen oder interne Hierarchien bestimmt. In diese Kerbe schl&#228;gt auch der M&#252;nchner Oberb&#252;rgermeister Christian Ude, wenn er von &#8220;Kommandostrukturen&#8221; innerhalb der Protestierenden spricht. Er bezieht sich dabei darauf, dass der Vermittler der Non-Citizens, der selbst kein Non-Citizen mehr ist, beim Hungerstreik am Rindermarkt nicht gewechselt habe. Dass dies deshalb nicht geschehen ist, weil der von Ude kritisierte &#8220;R&#228;delsf&#252;hrer&#8221; der einzige vertraute und sprachlich f&#228;hige Vermittler war, scheint Ude nicht zur Kenntnis zu nehmen oder gezielt zu verschleiern. Die Non-Citizens sind jedoch bewusst in diesen Kampf getreten und haben ihren Vermittler gew&#228;hlt, weil sie ihm vertrauen und er sprachlich dazu in der Lage ist, die Entschl&#252;sse, die sie gemeinsam treffen, an die &#214;ffentlichkeit und an politische Verhandlungsebenen weiterzugeben; nicht aber wurde er mit einer Vollmacht ausgestattet, im Namen der Non-Citizens bei Verhandlungen zu entscheiden. Die Non-Citizens bestehen darauf, Subjekt ihres eigenen Kampfes zu sein und verbitten sich eine Einmischung in ihre Aktionsformen. Schon vor dem Hungerstreik am Rindermarkt betonten die Non-Citizens stets organisatorisch ihre politische Unabh&#228;ngigkeit. Indem eine &#8220;Instrumentalisierung&#8221; herbeifantasiert wird, soll wiederum bestritten werden, dass sie sich zu organisieren in der Lage sind.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als Menschen mit gesichertem Aufenthaltsstatus ist es unsere M&#246;glichkeit und politische Aufgabe, die Non-Citizens und Asylsuchenden in ihrem Kampf bestm&#246;glich zu unterst&#252;tzen. Dies sollte nicht (nur) geschehen, um das eigene Gewissen als Privilegierte zu bereinigen, sondern wir m&#252;ssen die Gemeinsamkeiten in den K&#228;mpfen der Non-Citizens und unseren K&#228;mpfen erkennen. Von der jetzigen Wirtschaftsweise sind wir alle betroffen: Die Non-Citizens dadurch, dass ihre Lebensgrundlage oder Heimat zerst&#246;rt wird und sie zur Flucht gen&#246;tigt werden, wir Lohnabh&#228;ngigen in den kapitalistischen Zentren durch fortschreitenden Sozialabbau und Druck auf der Arbeit oder als Erwerbslose auf dem Arbeitsamt. Verantwortlich daf&#252;r ist ein Wirtschaftssystem, in dem eine kleine Gruppe von Herrschenden &#252;ber die Verwendung unsere Arbeitskraft und &#252;ber unsere Lebensbedingungen entscheiden kann, und zwar dadurch, dass diese herrschende Minderheit die Verf&#252;gungsgewalt (das legale Eigentum) an den Produktionsmitteln (Fabriken, Maschinen, Boden) besitzt. Durch die relative Privilegierung unsererseits, also der Citizens, gegen&#252;ber den Non-Citizens wird daher ein Keil zwischen die weltweite lohnabh&#228;ngige Klasse getrieben, der nur den Herrschenden dient.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Interessen der Non-Citizens sind somit auch die Interessen der (lohnabh&#228;ngigen) Citizens. Es braucht eine gemeinsame Perspektive f&#252;r eine andere Wirtschaftsweise, die ohne Ausbeutung, Fremdbestimmung und Zerst&#246;rung unserer Lebensgrundlage auskommt. Um diese zu erreichen, m&#252;ssen wir eine Massenbewegung bilden, in die sich andere K&#228;mpfe (wie Arbeitsk&#228;mpfe, aber auch Wohnraumk&#228;mpfe, antimilitaristische K&#228;mpfe oder Bildungsk&#228;mpfe) einbringen, mit den Non-Citizens solidarisieren und gemeinsam aktiv werden. Der Kampf der Non-Citizens ist ein Kampf f&#252;r die Aufhebung der Beschr&#228;nkungen innerhalb der ArbeiterInnenklasse und zielt auf die Einheit der arbeitenden Menschen. Das ist unsere Klassenperspektive, jenseits b&#252;rgerlicher Moralvorstellungen &#252;ber Non-Citizens als lediglich arme und moralisch bemitleidenswerte Opfer. Auf dieser Grundlage ist dieser Kampf ein Kampf aller Arbeitenden und Entrechteten in Deutschland und weltweit.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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